Mittwoch, 10. November 2010

Einsätze außerhalb des Heims

09.11.2010

Unser Heim ikhaya likababa hat einen Lagerraum, in dem Sachspenden gesammelt werden, die wir von freundlichen Spendern erhalten, die wir allerdings selber nicht benötigen. Grund dafür ist, dass wir nicht für jedes der hundert Kindergeschirrsets ein Kind haben und schon gar nicht für all die Hosen und T-Shirts. Die beste Idee war also, es an die weiterzuschenken, die es wirklich gebrauchen konnten: Mütter gewordene Frauen im Krankenhaus und Mitarbeiter eines neuen Waisenheims im Township (Armenviertel) nicht weit von uns entfernt. Also wurde alles in gleichgroße Päckchen abgepackt.

Mit einer kleinen Gruppe aus internationalen Volunteeren und Einheimischen ging es mit zwei voll gepackten Autos daraufhin zum Krankenhaus. Wir gingen von Zimmer und Zimmer, um die Päckchen zu verteilen und mit den Müttern kurz ins Gespräch zu kommen. Moses, der 9 Sprachen sprechen und verstehen kann, übersetzte für uns. Die Sprache, die die Schwarzen hier in der Region überwiegend sprechen, ist Zulu. Die Weißen sprechen zum größten Teil Afrikaans, eine Sprache, die vom Niederländischen abstammt. In der Regel sprechen die meisten Englisch als zweite Sprache. Die Mütter haben sich sehr über ihre Geschenke gefreut.


An einem anderen Tag waren wir mit unseren Sachspenden im Township. In dem Teil, den ich bisher von der Stadt kannte, wohnen die Leute hinter sicheren Mauern in schönen Häusern, doch hier leben die Menschen in aus Überresten zusammengeflickten Hütten und Rundhäusern. Der Kontrast zwischen Arm und Reich ist in Südafrika gewaltig. Es war interessant zu sehen, was man alles aus Schrott bauen kann. Z. B. bestand eine Vorgartenmauer komplett aus ganz defekten Druckern und Faxgeräten, die halb in der Erde eingelassen waren. Als Blumenkübel dienten Autoreifen. Die Menschen waren sehr freundlich zu uns und wir wurden in eine Hütte eingeladen. Innen drin kochte gerade ein zwölfjähriges Mädchen für die Familie. Die Kinder waren sehr neugierig und folgten uns auf Schritt und Tritt. Das Waisenheim hatte so gut wie kein Spielzeug, sodass hier unsere Säcke und Päckchen wieder in gute Hände gehen konnten.


Fotos zum Eniwe Township:
http://picasaweb.google.com/115000138895194031892/EniweTownship?feat=directlink