Montag, 8. August 2011

Wieder zurück in Deutschland!

Liebe Freunde,

seit dem 2. August bin ich wieder auf deutschem Boden. Der Flug war lang und anstrengend und verlief ohne Komplikationen. Am Düsseldorfer Flughafen wurde ich von meiner Familie und meiner Freundin in die Arme geschlossen. Da war die beinahe schlaflose Reise schnell wieder vergessen!
Nun versuche ich mich wieder an die deutsche Lebensweise anzugewöhnen. Die aufregende Zeit, die Kinder und die vielen Freunde in Südafrika vermisse ich schon sehr. Nun ist es jedoch Zeit wieder nach vorne zu schauen. Ich bin so froh wieder hier zu sein!

Vielen Dank für all eure tolle Unterstützung!
Euer Timon


Samstag, 30. Juli 2011

Am Kap der Guten Hoffnung

Zum Abschluss meines Südafrika-Aufenthaltes habe ich einen einwöchigen Abstecher bei meinen deutschen FSJ-Kollegen in der 4 Millionen Metropole Kapstadt gemacht. So oft hab ich schon gehört, dass ich dort gewesen sein muss, wenn ich in Südafrika war. Es soll der schönste Ort sein. Und tatsächlich, ich war völlig begeistert!

Cape View: Blick vom weißen Sandstrand zum Tafelberg. Das Zentrum von Kapstadt befindet sich direkt davor.

Malayen-Viertel: Im Stadtzentrum bin ich an vielen dieser bunten Häuser entlang spaziert.

Table Mountain (Tafelberg): Nachdem wir ein anstrengendes Erklimmen des Berges hinter uns hatten, wurden wir mit einem herrlichen Blick über Kapstadt belohnt. Im Vordergrund lächelt ein sog. Dassie (Klippschliefer) in die Kamera.

Kap der Guten Hoffnung: Wunderschöne Steinklippen und das endlose Meer gibt es am südwestlichsten Zipfels Afrikas zu sehen.

Boulders Beach: Wer hätte es gedacht, dass es Pinguine auch in Afrika gibt?! An einem felsigen kalten Strand bin ich einigen putizigen Brillenpinguinen begegnet.

Deutsche Verstärkung

Dank meines Vorbereitungsseminars in Deutschland, konnte ich Kontakte zu Volunteeren herstellen, die kurz davor waren, in über 40 verschiedene Einsatzländer zu reisen. Nachdem wir bereits von einer FSJ-Kollegin aus Mosambik besucht wurden, kamen diesmal vier Jungs aus Kapstadt und Kurland vorbei, die in Pfadfinder- und Waisenheimarbeit aktiv sind.
Sie haben während ihres Besuchs tatkräftig bei unserer Arbeit mit angepackt. Die Umrahmung für ein in den Boden eingelassenes Trampolin sollte aus Beton gegossen werden. Zusechst mixten wir den Beton auf dem Boden unseres Parkplatzes mit Eimern und Schauefen und füllten ihn dann anschließend Schubkarre für Schubkarre in die freigeschaufelten Gräben.


Dieses Trampolin soll nun gegen Wind und Wetter standhalten und nicht zu zerstören sein!
Die Kinder können schon nicht mehr erwarten, bis sie endlich darauf rumspringen können.

Die größeren Kinder durften mit mir neulich Gemüse aus ihren Gartenabschnitte ernten. Ihr wild durcheinander gepflanztes Gemüse hat sich wunderbar entwickelt, während mein eingepflanzter Mais traurig eingegangen ist. Als Gemüsegärtner in Südafrika muss ich noch viel lernen.

Meine Rückreise rückt immer näher und es wird mir nicht leicht fallen mich von all den lieben, kleinen, frechen, witzigen, wilden Kindern zu verabschieden!

"Bye bye Thimoni!"

Samstag, 9. Juli 2011

Winterferien und Abschiedsstimmung

Mittlerweile macht sich hier in meinem Bekanntenkreis Abschiedsstimmung breit. Immer wieder höre ich, dass mich meine Bekannten schon bald vermissen werden. Dabei bleibe ich doch noch bis zum 1. August! Ans Koffer packen denke ich noch lange nicht. Der Abschied wird mir sicherlich sehr schwer fallen, allerdings sehne ich mich auch ganz doll nach meiner Heimat.

Neuigkeiten von ikhaya


Da nach Ty's und meiner Abreise keine männlichen Volunteere mehr vor Ort sein werden, wurden wir momentan insbesondere in handwerklichen Arbeiten eingespannt, damit sie noch vor unserer Abreise fertig gestellt werden.


Anne, eine Volunteerin aus Deutschland hat uns bereits verlassen, dafür ist jetzt Jennifer aus den USA in ihr altes Zimmer eingezogen. Auch mit ihr verstehen wir uns sehr gut. Im Haus wird nicht mehr Deutsch, sondern Englisch geredet
.

Die Kinder haben gerade Winterferien und gehen täglich zum Freizeitprogramm einer Kirche in Empangeni. Sie blühen voll darin auf und zeigen uns stolz ihre gebastelten Werke.

Obwohl Temperaturen von 15-20 °C herrschen, frieren die Südafrikaner sehr und sprechen vom kältesten Winter seit Jahren. Die Wollmützenindustrie verzeichnet große Absätze.



Sonstige Neuigkeiten

Als ich mit Anna im Nachbarort Richards Bay meinen Osterurlaub verbrachte, war uns nicht bewusst, dass zur gleichen Zeit, im Umkreis von nur einem Kilometer eine ausgebrochene Löwin umherstreifte. Aus der Zeitung haben wir von diversen Sichtungen erfahren. Nach monatelanger Suche wurde sie vor Kurzem endlich geschnappt und zurück in das 50 km weit entfernte umzäunte Reservat gebracht, wo sie vermutlich herkam. Was für eine Erleichterung!



Dank meiner FSJ-Vorbereitungsseminare habe ich Kontakt zu anderen deutschen Volunteeren an verschiedenen Einsatzorten auf der ganzen Welt. Wir durften uns schon über den Besuch von Laetitia aus Mosambik freuen. Kurioserweise kannte sie nicht nur mich und Ty, sondern auch Anne, da sie zusammen in Dresden in der Schule Sportunterricht hatten. Das war natürlich eine große Überraschung für die beiden. Nichtsahnend haben sie sich in Südafrika wiedergetroffen. Ja, die Welt ist ein Dorf!


In kommender Woche erhalten wir wieder Besuch von drei Volunteeren aus Kapstadt bzw. Kurland und anschließend werde ich sie besuchen. Das wird noch eine spannende Zeit kurz vor meiner Abreise!

Weitere Fotos aus dem Juni:

https://picasaweb.google.com/115000138895194031892/WinterferienImJuni?authuser=0&feat=directlink

Sonntag, 3. Juli 2011

Schnorcheln in Sodwana

Typisch für Südafrika sind schönen Strände, die sich über tausende von Kilometern erstrecken. Einen besonders schönen Strand gibt es in Sodwana. Das Wasser ist sehr klar und man kann viele bunte Fische, Korallen und Schildkröten beobachten.

Wir Volunteere Ty, Anne und ich sind mit unserer südafrikanischen Bekannten Jayne vor Kurzem zu diesem abgelegenen Ort gefahren, um schnorcheln zu gehen.

Hier seht ihr Fotos von unserem beeindruckendem Erlebnis:

Mit solch einem Boot stechen wir auf See. Auf der Fahrt werden wir beinahe seekrank.


Wunderschöne Fische tummeln sich im Wasser.

Kuriose Gesteinsformen im Meereswasser


Weitere Fotos vom Schnorcheln in Sodwana:
https://picasaweb.google.com/115000138895194031892/SchnorchelnInSodwana?authuser=0&feat=directlink

Montag, 6. Juni 2011

Eimer, Spaten, Schubkarren

Baueinsatz in Ingwavuma

Mit einer Gruppe von etwa 35 Freiwilligen und einem Anhänger, mit drei Betonmischern, Schubkarren, Eimern, Spaten und Schaufeln, sind wir in das abgelegene Bergdorf Ingwavuma gefahren. Das Ziel war, dort einer Gemeinde zu helfen, ein Kirchengebäude zu errichten.

Nachdem die nötigen Vorarbeiten erledigt waren, wurden wir am dritten Tag der größten Herausforderung gestellt, der Fundamentverlegung. Jede Menge Beton musste gemischt werden. Alle packten mit an. Die Baustelle war voll von Menschen, – Externe als auch Einheimische – die wie Ameisen zielstrebend ihre Aufgaben erledigten. Sand, Steine, Wasser und Zement wurden von verschiedenen Teams zu den Mischern geschafft. Schubkarre für Schubkarre wurde mit Beton gefüllt und dann unter dem Kirchendach ausgeschüttet. Die Gemeinschaft mit all den unterschiedlichen Leuten war spitze!

Am nächsten Tag, als das Fundament getrocknet war, fand der erste Gottesdienst darauf statt. Die Leute zeigten uns große Dankbarkeit. Viele Lieder wurden zur Ehre Gottes gesungen. Siyabonga (Danke) war eins der Worte, das häufig darin vorzufinden war.

Was sich bei iKhaya tut

Mit den vier jüngeren iKhaya-Kids waren wir zum picknicken am Strand von Richards Bay. Bisher haben sie noch nicht viel von ihrer Welt gesehen. Eher irritiert als begeistert waren sie am Anfang, als sie im Sande stehend auf das große Wasser starrten. Doch nach einer Weile der Angewöhnung fingen sie fröhlich an, einen Sandkuchen nach dem anderen zu backen. Ins Wasser wollten sie dann auch noch alle.

Seitdem bei uns im Gemüsegarten alles sprießt und gedeiht, kommt immer wieder ein Affenrudel vorbei um sich ein kurzes Frühstück von unserem Mais zu gönnen. Über diese Gäste sind wir nicht gerade sehr erfreut. Seitdem mir einmal Kekse von Affen geklaut wurden, sind sie mir nicht mehr sympatisch. Aus diesem Grund bauen wir Volunteere einen Zaun um den Gemüsegarten. Doch das reicht nicht, um einen Affen aufzuhalten. Oben drauf, außerhalb der Reichweite der Kinder, wird eine Leitung verlaufen, die mit dem elektrischen Außenzaun verbunden ist.

Es ist immer schwer Abschied zu nehmen. In den letzten Tagen mussten wir dies mehrmals tun. „Goodbye“ mussten wir zu Volunteeren aus England und Norwegen sagen, die für uns über lange Zeit zur Familie und guten Freunden geworden sind. Vor ihrem Abflug luden die Norweger Freunde und Bekannte zum Garagenverkauf und zum Braai ein. Den gesamten Erlös aus der Haushaltsauflösung spendeten sie iKhaya. Sie waren ein sehr großer Segen für uns und allen von iKhaya. Wir werden sie sehr vermissen!

Live beim größten Marathon

In Südafrika findet jährlich der größte Marathon der Welt statt - der Ultramarathon Comrades.Auf einer Strecke von 86 km zwischen Durban und Pietermaritzburg schwitzen 16.000 Läufer aus aller Welt, während sie sich die Berge hinaufquälen. Ein riesengroßes Spektakel! Ich war mit ein paar Freunden zum Anfeuern da. Zwei Freunde – Molefe und John – sind ebenfalls mitgerannt. Nach etwa 11 Stunden haben sie es über die Ziellinie geschafft. Wir sind alle sehr stolz auf die beiden. Trotz der extremen sportlichen Herausforderung, gibt es immer wieder Leute, die für das Rennen in lustige Kostüme gezwängt haben. Ich weiß nicht, wie man das bei der Mittagshitze überlebt! Der diesjährige Rekord liegt übrigens bei 5 h 32 min!

Fotos aus dem Mai:
https://picasaweb.google.com/115000138895194031892/MaiKirchenbauUndMehr?feat=directlink

Dienstag, 3. Mai 2011

Besuch aus Deutschland und andere schöne Erlebnisse

Bei uns sind herbstliche Temperaturen von 25 Grad eingekehrt, was sehr angenehm ist.

Hinter mir liegen wieder ereignisreiche Wochen. Das größte Ereignis war für mich als ich am 17. April in Durban am Flughafen stand und nach langem ungeduldigen Warten meine Freundin Anna wieder in die Arme schließen konnte. Sieben Monate sind bereits vergangen, dass wir uns gesehen haben.

Was gibt’s Neues bei iKhaya?

Wir Volunteere haben Zuwachs. Tyla aus England wohnt nun für zwei Monate in unserer WG und kümmert sich liebevoll um die Kinder. Für uns drei Deutsche heißt es, dass nur noch Englisch zuhause gesprochen wird. Das ist eigentlich sehr gut. Über iKhaya treffen Menschen aus aller Welt zusammen.

In letzter Zeit hat es viel geregnet, sodass uns das Wetter den Job des täglichen Gemüsebewässerns zum Teil abgenommen hat. Die Kinder lieben es, ihre Gemüsegärten zu bewirtschaften. Unsere Butternuts sind nicht mehr zu stoppen - sie wachsen über die Betonbegrenzungen hinaus.

Eine andere erfreuliche Neuigkeit ist, dass dank großzügiger Spender, Ventilatoren an die Decken der Kinderschlafräume angebracht werden konnten. Die Kinder freuen sich ebenfalls über eine neue Schaukel und ich mich über einen neuen Rasenmäher.

Hinter dem Haus haben wir Volunteere ein großes Loch für ein Trampolin gebuddelt. Unterstützt wurden wir von Leuten, die wir zuvor am Strand beim Volleyball spielen getroffen hatten. Als ich mit ihnen ins Gespräch kam und erzählte, was ich hier in Südafrika mache, boten sie mir gleich ihre Hilfe an. Wir machten einen Termin aus und dann war alles geritzt. Der vierjährige Bonga hat mit einer großen Schaufel ebenfalls fleißig mitgemischt.

In unserem letzten Meeting haben wir beschlossen, die Kinder pädagogisch noch intensiver zu fördern, da sie teilweise noch einige Defizite haben. Ich trainiere mit ihnen am Klettergerüst. Über ihre Erfolge sind sie sehr stolz.
Unser jüngstes Baby hat letztens ihren ersten Geburtstag gefeiert. Kurz darauf hat sie ihre ersten Schritte gemacht. Auch über diesen Fortschritt freue ich mich sehr.
Vor Kurzem habe ich mit den Kindern zusammen gesungen. Sie haben mir ihre Lieblingslieder vorgetragen. Besonders beliebt sind „Five little monkeys“, „I love you - Barney Song“ und „Waka waka“ von Shakira.

Land und Leute

Ein Ziel meines FSJ ist für mich u. a. Land und Leute besser kennen zu lernen. Diesem Ziel bin ich schon einen weiteren großen Ziel näher gekommen.
Die Schönheiten des Landes habe ich bei einer mehrtägigen Wanderung in den Drakensbergen kennen gelernt. Das Gebirge gleicht in seiner Form und Farbe dem Rücken eines Drachens. Daher der Name. Es ging mit großen Rucksäcken durch Bäche und Felsen, an Wasserfällen vorbei, über Hügel und große baumlose Grasflächen zu einer Höhle, in der wir übernachteten.

An einem anderen Wochenende hatten uns Bekannte zu einem Paragliding-Wochenende eingeladen. Am ersten Tag haben wir einige Starts von einem Hügel geübt. Am zweiten Tag wurde es ernst und wir fuhren einen Berg hinauf, 250 Meter über dem Tal. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eines Tages alleine durch die Lüfte fliegen würde. Mir war etwas mulmig als ich ins Tal runterschaute, doch als ich dann nach etwas Anlauf in die Luft gesogen wurde, genoss ich das Gefühl der Schwerelosigkeit und die Welt aus der Vogelperspektive. Die Landung hat nach einem aufregenden Flug dank der Anweisungen übers Funkgerät gut geklappt.

Mit Anna und Jayne habe ich das Leben der Zulus näher kennen gelernt. Wir waren in Shakaland in einem traditionellen Zulu-Dorf für Touristen. Bei den Zulus gibt es klare Rollenverteilungen, wie wir schnell feststellten. Ihre soziale Hierarchie basiert auf Respekt.

Die Frauen brauen täglich Utshwala, ein Bier aus Wasser, Malz, Hirse und Mais. Die Frau kostet es zuerst, um zu prüfen, ob es giftig ist. Auch wir mussten alle einen Schluck von der trüben Brühe probieren. Nicht besonders lecker! Beim gemütlichen Zusammensein wird auch aus einer Hornpfeife geraucht. Davor blieben wir aber verschont.

Ein Zulu-Mann erzählte uns, dass sein Volk eine starke Militärnation war, worauf sie bis heute noch sehr stolz sind. Im 19. Jahrhundert besiegten sie unter King Shaka die kolonialen Briten in einer geschichtsträchtigen Schlacht. Shaka entwickelte revolutionäre Kampftechniken und neue Waffen, mit denen er ein großes Reich erschaffte.

Die Zulus zeigten uns, wie man große runde Töpfe auf dem Kopf balanciert und ihre Perlenkunst. Da sie früher keine Möglichkeit hatten mit Papier und Stift zu schreiben, entwickelten sie eine Nachrichtenübertragung mit Perlen. Die Farben und Muster eines Perlenschmucks haben alle verschiedene Bedeutungen, wie z. B. „Ich bin noch nicht verheiratet, du hast eine Chance“.

Die Zulus waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen und freuten sich über unser Interesse. Sie führten uns auch viele verschiedene Tänze zu lauten Trommelklängen vor. Als ein Tanz vorbei war, ging einer der Tänzer durch die Reihen. Daraufhin durfte Anna als (Un-)Freiwillige bei einem Kriegstanz mittanzen, worüber ich mich sehr amüsierte.

Mit Anna zusammen hatte ich zwei unvergessliche Wochen. In Erinnerung wird uns wahrscheinlich hängen bleiben, dass bei uns im Gästehaus an einem Tag Affen Hausfriedensbruch begangen und unsere geliebten Schokoladenkekse aus dem Zimmer geklaut hatten. Wir konnten sie glücklicherweise auf frischer Tat ertappen und sie verjagen. An einem anderen Tag stand unser Zimmer unter Wasser. Die Klempner hatten zuvor die Warmwasserleitung überarbeitet. Daraufhin mussten wir umziehen. Wir sind sehr dankbar, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Danke Schatz, dass du in die Regenbogenation gereist bist, um mich zu besuchen!!! :-)

Fotos von weiteren schönen Momenten im März/April:
https://picasaweb.google.com/115000138895194031892/SchoneMomenteImMarzApril?feat=directlink