In den letzten Wochen durften wir drei neue Babys erhalten. Wir durften Alwande (2 Jahre, w), Sphiwo (anderthalb Jahre, m) und Nomfanelo (10 Monate, w) herzlich willkommen heißen. Die drei sind gute Spielkameraden für die anderen vier geworden und es macht Spaß ihnen beim spielen, klettern und rumalbern zuzusehen. Wenn ich in den Raum komme, stürzen sie sich gleich auf mich und wollen durch die Luft gewirbelt werden.
Die beiden Jungs zeigen reges Interesse an Handwerksarbeit und helfen mir manchmal mit ihren Werkzeugen, Löcher zu bohren und Haken an die Wand zu schrauben. Die Mädchen verkleiden sich gerne als Prinzessinnen und würden sich auch gern so behandeln lassen. Die Kinder tun alles, damit uns nicht langweilig wird. Es ist gar nicht so leicht, alle Kinder ins Bett zubekommen, ohne dass es danach wieder laut wird, oder ein Essen zuzubereiten, dass nicht „von alleine“ vom Essenstisch fällt. Auch versuchen wir den Kindern Höflichkeitsformen beizubringen und mit Messer und Gabel zu essen. Ich bin sehr zuversichtlich und freue mich sehr, dass ich mich hier einbringen kann.
Diese Woche hatten wir ein Picknick für die Kinder veranstaltet. Sie lieben es immer sehr, möglichst viel und als schnellstes zu essen. Mit März hat die Saat-Saison begonnen, und somit durften die Kinder in den, ihnen zugeteilten Stücken im Gemüsegarten, Samen einlegen. Wir sind gespannt, was daraus wird. Sonne werden die Pflanzen wohl genug haben. Heute zeigte das Thermometer 44 Grad!
Im und am Haus wird trotz der Temperaturen fleißig gearbeitet. Drinnen haben Ty und ich den Boden fertig mit Fliesen ausgelegt. An den vielen Fenstern haben wir Gardinen und Rolläden installiert. Im Lagerraum wurden einige gespendete Kubikmeter Windeln verstaut und Kinderkleidung sortiert und beschriftet. Möbel wurden repariert und gestrichen. Draußen wird ein groß angelegtes Regenabfluss-System gebaut, damit wir nicht wieder geflutet werden. Neben vielen weiteren Arbeiten drehen Ty und ich ein Video, um internationale Spenden für iKhaya LikaBaba zu gewinnen. Dafür interviewen wir alle möglichen Leute. Auch an unserem Internetauftritt wird stetig gebastelt.
Und was sonst so?
Ein besonders beieindruckendes Ereignis war für mich eine Stadtbesichtigung in Durban. Bei der Tour wollte uns ein Bekannter das „wirkliche Durban“ zeigen, also jenseits von den Einkaufsmeilen und Luxushotels am Strand. Ein Einheimischer zeigte uns, wie die Schwarzafrikaner hier leben. Sie leben wie fast überall in Südafrika in Townships, in kleinen ärmlichen Hütten. Während der Apartheid, die bis in die 90er anhielt, lebten alle Rassen Südafrika untereinander in staatlich zugeteilten Gebieten. Dabei hatten die Schwarzen die wenigsten Rechte, Farbige und Asiaten einige mehr, und die Weißen die meisten.
Heute darf jeder dort leben, wo er will, dennoch hinterlässt das Apartheidsdenken immer noch viele Spuren in den Köpfen der Bevölkerung und so gibt es immer noch die Viertel, wo nur eine einzige Bevölkerungsgruppe lebt. Man merkt allerdings auch, es nicht mehr sehr viel Rassismus gibt, sondern dass man sich gegenseitig respektiert. Vor allem bei der jungen Generation spielt die Herkunft für das Miteinander keine große Rolle. Und somit haben sich auch die Schwarzafrikaner gefreut, dass wir uns für ihre Kultur interessierten. Auf dem Markt hat mir gleich jemand eine Kostprobe seiner Kuhkopfsuppe gegeben. Soll angeblich Hals, Lungen und Nieren reinigen. Die Afrikaner sind alle sehr offen und möchten gerne mit dir reden. Somit hatten wir einige schöne Erlebnisse, die ich gar nicht alle aufschreiben kann.
Fotos vom Heim im Februar/März und von Durban:
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