Mittwoch, 13. Oktober 2010

Meine ersten Arbeitstage

7. Oktober 2010

Nun sind mehr als eine Woche um und ich hab schon einige Erfahrungen sammeln können.

In unserem Einstiegsmeeting wurden uns die Aufgabenbereiche erläutert. Dazu gehören Gartenarbeit, Lagerräume aufräumen, Büroarbeit, um die Kinder kümmern, Fahrdienst und alles tun was gerade anfällt.

Momentan sind 4 Kinder im Waisenheim untergebracht, sodass man gut den Überblick behalten kann. Sie heißen Lulu, Jabu, Bonga und Nomonde. Dass hier so wenige Kinder sind heißt noch lange nicht, dass sie keine 24 Stunden am Tag in Anspruch nehmen. Zum Glück arbeiten hier noch 4 Angestellte. Die Kinder sind ganz lieb und sie haben uns Fremdlinge schnell ins Herz geschlossen. Wir spielen, puzzlen und lesen mit ihnen und reparieren ihr Spielzeug. Vor allem Verkleiden lieben sie. Die Ferien sind seit dieser Woche vorbei und nun kommt noch dazu, dass ich die 3 älteren Kinder vom Schulkindergarten abholen muss.



Ich hatte keine Zeit mich an den Linksverkehr in Südafrika zu gewöhnen und so ging die Fahrt gleich los. Das Schalten mit der linken Hand finde ich sehr ungewohnt und die Vorfahrtsregeln hab ich auch noch nicht verstanden. Ich bleib einfach immer stehen und warte ab, was die anderen machen. In Südafrika hat man während der Fahrt definitiv mehr Action als in Deutschland! Die Leute bleiben nicht am Straßenrand stehen, sondern latschen gemütlich über die Straßen, also muss man ausweichen. Blitzer gibt es weit und breit nicht, dementsprechend wird hier auch gefahren. Einen Sitzplatz im Auto teilt man sich gerne mit einer zweiten Person.



Gelegentlich müssen wir für ikhaya einkaufen. Das macht sehr viel Spaß und ich muss sagen, so viel Luxus haben wir in Deutschland nicht! Ein ganz normaler Supermarkt hat einen Parkeinweiser, rund 10 Leute, die die Regale aufräumen oder den Boden wischen und einen Obstabwieger. An allen 10 Kassen sitzt eine Kassiererin mit jeweils einen Einpacker. Nachdem alles im Auto verstaut wurde, kommt noch jemand und bringt den Einkaufswagen zurück. Herrlich!

Wenn die Kinder morgens noch im Kindergarten sind, arbeite ich im Büro und erstelle Spendenquittungen, schreibe Dankesschreiben und dokumentiere alles Mögliche für die Behörden. Unterstützt werde ich von einer anderen Volunteerin, Nikki, aus England. Leider bricht ständig die Internetverbindung zusammen, sodass es ewig dauert, bis eine E-Mail den Postausgang verlässt.

Heute haben Timon H., der nur noch Ty genannt wird, und ich das Dach vom ikhaya-Waisenhaus isoliert, damit es im Sommer nicht zu heiß wird. Ein Freund hat bei einer Baustelle ganz viele Glaswolle-Überresteste aufgesammelt, die wir nun im stockfinstren, stickigen Dachgebälk auf dem Boden verlegen durften. Auf den Boden durften wir nicht treten, weil wir sonst hindurchbrechen würden. Also nur wie die Affen von Balken zu Balken springen. Das war eine sehr anstrengende Arbeit und mich juckt's noch überall, wenn ich dran denke.



Auf dem ikhaya-Gelände wird seit Längerem auch eine Kirche gebaut. Sie soll am 10.10.2010 mit einem großen Fest eingeweiht werden. Wir haben geholfen, sie zu streichen. Schwarze und Weiße arbeiten hier zusammen. Man merkt, dass nun die Zeit gekommen ist, sein deutsches perfektionistisches Denken über Bord zu werfen. Wasserwagen und Winkelmaß gibt es hier nicht. Wozu auch, wenn man ein gutes Augenmaß hat? Und wenn's mal nicht passt, kann man es ja noch mal abschrauben und von Neuem versuchen.



Ich habe schon viele neue Kontakte knüpfen können und wurde schon zum Braai (traditionelles südafrikanisches Grillfest) eingeladen, wo wir auch typischerweise im Fernsehen ein Rugbyspiel geschaut haben. Unsere Sharks (aus Durban) haben die Leopards geschlagen! Yes!
Ansonsten wollen mich Leute zum Strand von Richard's Bay, zum Shoppen nach Durban, zum Angeln, zum Tauchen und zum Paragliden einladen. Die Leute sind hier einfach alle sehr offen und herzlich. Den südafrikanischen Handschlag hab ich auch schon gelernt.

Unser Wasser ist immer noch nicht in Ordnung. Manchmal kommt braune Brühe raus, manchmal gar nichts. Damit müssen wir wohl leben. Die Versuche, dass warmes Wasser aus der Dusche kommt, waren bisher nicht sehr erfolgreich.
Heute haben wir unsere Waschmaschine eingeweiht und gleichzeitig unsere Küche geflutet. Ein Rohr war nicht ganz dicht.

Sala Kahle! (Das ist Zulu und heißt: Tschüss)



Fotos
Erste Woche mit Kindern:
http://picasaweb.google.com/115000138895194031892/ErsteArbeitswoche?feat=directlink

Bauarbeiten:
http://picasaweb.google.com/115000138895194031892/Bauarbeiten?feat=directlink

2 Kommentare:

  1. Hallo Timon,
    ich hab grad mal auf deiner Seite nach einem Gästebuch gesucht, da ich keins gefunden habe, schreibe ich dir mal auf diesem Wege ;)
    Also erstmal freuts mich natürlich, dass es dir gut geht und auch gefällt in Afrika. Das hört sich alles ziemlich spannend an, wobei mich die Geckos im Zimmer und die Spinne am Auto ein wenig (oder auch mehr :D) abschrecken...Da du mich ja kennst, und weißt das ich so gut wie nie meine Mails lese, bin ich froh auch auf dieser Seite "von dir hören zu können". Ich hoffe dich plagt das Heimweh und die Sehnsucht nicht allzu sehr. Und wenn es doch öfters mal durchkommen sollte, bete immer und Gott wird dir mit Sicherheit helfen, du bist ja schließlich auch für ihn unterwegs :) Apropro Gebet - ich denke natürlich auch im Gebet immer an dich, da kannst du dich drauf verlassen. Timon du kannst echt stolz darauf sein, dass du das durchziehst und ich bin auch stolz so einen Freund wie dich zu haben. Ich freu mich schon wieder wenn du deinen nächsten Bericht hochlädst und wünsch dir bis dahin erstmal Gottes Segen und ganz liebe, freundschaftliche Grüße von mir aus Krückeberg ;)

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  2. hallo timon
    wir kennen uns nicht, ich bin auf deinen blog durch die dewezet aufmerksam geworden.
    ich war bis juli2009 in südafrika(jeffreys bay)und habe dort in einem township gearbeitet.
    ich finde es total aufregend über deine erfahrungen zu lesen und freu mich in erinnerungen schwelgen zu können.
    ich wünsche dir ganz viel spass-lass es dir die schönste zeit deines lebens werden.
    gruss julia

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